ViDA-Zeitplan

Vollst�ndiger ViDA-Zeitplan von 2025 bis 2035 und eine �bersicht der nationalen E-Rechnungs- und Berichtspflichten pro EU-Mitgliedstaat.

ViDA wird stufenweise �ber einen Zeitraum von zehn Jahren eingef�hrt, von 2025 bis 2035. Gleichzeitig f�hren einzelne EU-Mitgliedstaaten ihre eigenen nationalen Mandate ein, oft fr�her als die EU-weite Verpflichtung. Dieser Artikel gibt einen �berblick �ber den vollst�ndigen Zeitplan und den Status pro Land.

ViDA-Zeitplan
DatumMeilensteinS�ule11. M�rz 2025ViDA vom Europ�ischen Rat angenommenAlle25. M�rz 2025Ver�ffentlichung im Amtsblatt der EU (Richtlinie 2025/516, Verordnung 2025/517, Durchf�hrungsverordnung 2025/518)Alle14. April 2025ViDA-Richtlinie tritt in KraftAlle1. Januar 2027OSS/IOSS-Klarstellungen treten in KraftSVR2027Erneuertes VIES-System operativDRR1. Juli 2027OSS-Erweiterung, verpflichtendes Reverse Charge B2B, Transfer of own goodsSVR1. Juli 2028Plattform�konomie-Regeln (Deemed Supplier), Abschaffung KonsignationslagerPlattform24. September 2025Europ�ische Kommission ver�ffentlicht Implementation Strategy mit Roadmap und AktionspunktenAlle28. Oktober 2025Implementation Dialogue mit 38 Stakeholdern �ber DRR-�bermittlungsmodell, KMU-Auswirkungen und PlattformharmonisierungAlle1. Juli 2028Mitgliedstaaten d�rfen ViDA DRR-Regime fr�her anwendenDRR1. Januar 2030Deemed-Supplier-Regel verpflichtend für Plattformen in Beherbergung und MobilitätPlattform1. Juli 2030Grenz�berschreitende E-Rechnung und DRR verpflichtendDRR1. Januar 2035Alle nationalen Systeme auf ViDA-Standard abgestimmtDRR

Das Datum 1. Juli 2030 ist das wichtigste f�r die E-Rechnung: Ab diesem Zeitpunkt muss jede Intra-EU-B2B-Rechnung eine strukturierte E-Rechnung (EN 16931) sein, begleitet von DRR-Berichtsdaten.

Wer ist wann betroffen?

Die ViDA-Meilensteine betreffen verschiedene Zielgruppen:

  • 1. Juli 2028: Plattformunternehmen, die Kurzzeitvermietung oder Personenbeförderung vermitteln, und ihre Anbieter, sowie Unternehmen, die in mehreren EU-Ländern aktiv sind aufgrund der SVR-Reformen.
  • 1. Juli 2030: jedes Unternehmen, das grenzüberschreitend innerhalb der EU fakturiert, und Softwareanbieter, die Fakturierungssysteme an EN 16931 anpassen müssen.
  • 1. Januar 2035: Mitgliedstaaten, die noch kein nationales digitales Berichterstattungssystem eingerichtet haben, und indirekt alle inländischen Unternehmen in diesen Ländern.
Wirtschaftliche Auswirkungen

Die Europ�ische Kommission sch�tzt den wirtschaftlichen Gesamtnutzen von ViDA auf 172 bis 214 Milliarden Euro �ber zehn Jahre. Die Einsparungen verteilen sich auf Unternehmen und Regierungen: Unternehmen sparen sch�tzungsweise 51 Milliarden Euro an Verwaltungskosten, w�hrend Mitgliedstaaten bis zu 18 Milliarden Euro pro Jahr an zus�tzlichen USt-Einnahmen erwarten k�nnen. Von diesen zus�tzlichen Einnahmen stammen circa 11 Milliarden Euro aus wirksamerer Betrugsbek�mpfung. Die j�hrliche Senkung der Compliance-Kosten f�r Unternehmen wird auf 4,1 Milliarden Euro gesch�tzt.

Der Hintergrund dieser Zahlen: Die VAT Gap in der EU betrug 2020 ganze 99 Milliarden Euro. Sch�tzungsweise ein Viertel davon war auf Betrug beim innergemeinschaftlichen Handel zur�ckzuf�hren. Durch den Austausch von Rechnungsdaten in Echtzeit �ber den DRR-Mechanismus wird ein grenz�berschreitender Abgleich zwischen Mitgliedstaaten m�glich, wodurch diese Form des Betrugs praktisch unm�glich wird.

Nationale Mandate pro Land

Neben der EU-weiten ViDA-Verpflichtung f�hren Mitgliedstaaten eigene nationale Mandate ein. Einige L�nder sind weit voraus, andere folgen dem EU-Schema. Nachfolgend ein �berblick �ber den aktuellen Stand.

Niederlande

Die Niederlande haben noch keine verpflichtende B2B-E-Rechnung, aber die Regierung arbeitet an Gesetzgebung, die auf ViDA abgestimmt ist. F�r B2G (Rechnungen an die Regierung) gilt seit 2017 die Pflicht, �ber Peppol zu fakturieren. Die Erwartung ist, dass die Niederlande das ViDA DRR-Regime ab 2030 f�r grenz�berschreitende Transaktionen einf�hren, m�glicherweise fr�her f�r inl�ndische Transaktionen.

Mehr �ber E-Rechnung in den Niederlanden

Belgien

Belgien hat am 1. Januar 2026 die verpflichtende B2B-E-Rechnung �ber das Peppol-Netzwerk eingef�hrt. Die ehemalige Hermes-Plattform wurde am 31. Dezember 2025 au�er Betrieb genommen; Unternehmen nutzen nun einen zertifizierten Peppol-Serviceprovider. Ab 2028 folgt Near-Real-Time-E-Reporting. Das belgische System ist auf das Peppol-Netzwerk und die EN 16931-Norm abgestimmt, vollst�ndig im Einklang mit ViDA.

Mehr �ber E-Rechnung in Belgien

Frankreich

Frankreich ist einer der Vorreiter in Europa. Ab September 2026 werden gro�e und intermediäre Unternehmen verpflichtet, E-Rechnungen �ber das PPF/PA-System zu versenden, gefolgt von KMU und Kleinstunternehmen ab September 2027. Das franz�sische Modell basiert auf Post-Clearance �ber Peppol, mit CDAR-Nachrichten f�r die Berichterstattung an die Steuerbeh�rde.

Mehr �ber E-Rechnung in Frankreich

Deutschland

Deutschland hat am 1. Januar 2025 die rechtliche Grundlage f�r B2B-E-Rechnung gelegt. E-Rechnungen auf Basis von EN 16931 (XRechnung oder ZUGFeRD) werden stufenweise verpflichtend. Die Empfangspflicht gilt bereits, die Versandpflicht wird stufenweise nach Unternehmensgr��e eingef�hrt.

Mehr �ber E-Rechnung in Deutschland

Polen

Polen f�hrt KSeF (Krajowy System e-Faktur) als verpflichtendes Pre-Clearance-System ein. Ab Februar 2026 gilt die Pflicht f�r gro�e Steuerpflichtige, ab April 2026 f�r alle �brigen USt-pflichtigen Unternehmen und ab Januar 2027 f�r Kleinstunternehmer. Das KSeF-Modell weicht vom Post-Clearance-Ansatz von ViDA ab, aber Polen hat bis 2035 Zeit zur Abstimmung.

Mehr �ber E-Rechnung in Polen

Tschechien und Slowakei

Die Slowakei ist ein Vorreiter mit einem operativen Peppol 5-Corner-Modell f�r Post-Clearance-Berichterstattung. Tschechien arbeitet an eigener Gesetzgebung, die auf ViDA abgestimmt ist.

Mehr �ber E-Rechnung in Tschechien und der Slowakei

Skandinavien

Die skandinavischen L�nder (Norwegen, Schweden, D�nemark, Finnland) haben eine lange Tradition mit Peppol und E-Rechnung f�r B2G. Norwegen verwendet SAF-T f�r die Berichterstattung. Die Region folgt dem ViDA-Zeitplan f�r B2B-Verpflichtungen.

Mehr �ber E-Rechnung in Skandinavien

Spanien

Spanien f�hrt zwei parallele Verpflichtungen ein. VeriFactu, das System f�r zertifizierte E-Rechnung, wird ab 1. Januar 2027 f�r K�rperschaftsteuerpflichtige und ab 1. Juli 2027 f�r Selbstst�ndige verpflichtend. Zus�tzlich verpflichtet das Crea-y-Crece-Gesetz zur B2B-E-Rechnung in strukturiertem Format, voraussichtlich 2027 f�r gro�e Unternehmen und 2028 f�r KMU.

Italien

Italien war das erste EU-Land mit verpflichtender B2B-E-Rechnung (2019) �ber das SdI (Sistema di Interscambio). Das italienische Pre-Clearance-Modell ist bereits vollst�ndig operativ. Italien muss sein System sp�testens bis 2035 auf den ViDA-Standard abstimmen.

�bersichtstabelle
LandModellStatusGrenz�berschreitend per ViDANiederlandeNoch kein B2B-MandatB2G verpflichtend �ber Peppol2030BelgienPost-Clearance (Peppol)E-Rechnung 2026, E-Reporting 20282030FrankreichPost-Clearance (PPF/PA)Pflicht Sep. 20262030DeutschlandEN 16931 (ZUGFeRD)Stufenweise ab 20252030PolenPre-Clearance (KSeF)Pflicht Feb./Apr. 2026, Jan. 2027 (Mikro)2030 (Abstimmung 2035)KroatienPost-Clearance (Peppol)Verpflichtend seit Jan. 20262030SlowakeiPost-Clearance (5-Corner)Verpflichtend ab Jan. 20272030ItalienPre-Clearance (SdI)Vollst�ndig operativ seit 20192030 (Abstimmung 2035)SkandinavienPeppol B2G, SAF-TB2G verpflichtend2030IrlandViDA-aligned (Peppol)B2G verpflichtend, B2B Nov. 2028/20292030SpanienVeriFactu + Crea y CreceVeriFactu: Jan/Jul 2027. Crea y Crece: 2027/20282030
Wie bereiten Sie sich vor?

Unabh�ngig vom Tempo Ihres eigenen Mitgliedstaats ist es ratsam, jetzt Schritte zu unternehmen:

  1. Fakturieren Sie strukturiert: Verwenden Sie EN 16931 (Peppol BIS Billing V3) als Rechnungsformat. Dies ist der Standard, den ViDA vorschreibt.
  2. Schlie�en Sie sich an Peppol an: Das Peppol-Netzwerk bildet die Infrastruktur f�r das 5-Corner-Modell, das ViDA f�r DRR nutzt.
  3. Erfassen Sie Ihre Transaktionen: Identifizieren Sie, welche grenz�berschreitenden Transaktionen Sie haben und welche nationalen Mandate auf Sie zutreffen.
  4. Stimmen Sie sich mit Ihrem Steuerberater ab: Besprechen Sie, welche USt-Registrierungen Sie vereinfachen k�nnen, sobald die erweiterte OSS verf�gbar ist.

Die PSB von eConnect verfolgt alle Entwicklungen und wird aktualisiert, sobald neue Verpflichtungen in Kraft treten. Als Kunde werden Sie rechtzeitig �ber �nderungen informiert, die auf Ihre Situation zutreffen.


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