Peppol erklärt: das 4-Corner-Modell, Access Points und wie E-Rechnungen ausgetauscht werden.
Peppol (Pan-European Public Procurement OnLine) ist ein internationales Netzwerk für den sicheren Austausch elektronischer Geschäftsdokumente wie Rechnungen, Bestellungen und Lieferavise. Über Peppol senden Sie eine E-Rechnung an jede Organisation weltweit, die an das Netzwerk angeschlossen ist, unabhängig davon, welche Software oder welchen Dienstleister sie nutzen.
Peppol auf den Punkt. Eine Anbindung über einen zertifizierten Service Provider gibt Ihnen sofort Zugang zu allen Peppol-Teilnehmern weltweit. Keine separaten Vereinbarungen pro Empfänger, keine Formatprobleme.
Die Idee hinter Peppol ist einfach: Sie verbinden sich über einen zertifizierten Dienstleister (einen sogenannten Service Provider, wie eConnect) und haben damit sofort Zugang zu allen anderen Peppol-Teilnehmern. Sie müssen keine separaten Vereinbarungen mit jedem Empfänger treffen. Das Netzwerk übernimmt die Routierung, die Sicherheit und die Formatkonvertierung.
Vergleichen Sie es mit dem Telefonsystem: Sie wählen einen Anbieter, erhalten eine Nummer und können jeden anrufen, der ebenfalls ein Telefon hat, unabhängig von dessen Anbieter.
Peppol arbeitet mit einem 4-Corner-Modell. Das bedeutet, dass Absender und Empfänger jeweils ihren eigenen Service Provider wählen:
Die beiden Access Points kommunizieren untereinander über das Peppol-Netzwerk. Der grundlegende Unterschied zu älteren Netzwerken besteht darin, dass Absender und Empfänger nicht denselben Anbieter nutzen müssen. Dies verhindert Vendor Lock-in und gibt Organisationen die Wahlfreiheit.
Die Kommunikation zwischen Access Points erfolgt über das AS4-Nachrichtenprotokoll (verschlüsselt via TLS). Jedes Geschäftsdokument wird in einen SBDH (Standard Business Document Header) verpackt, der die Routinginformationen enthält — das ist der Umschlag, der dem Netzwerk mitteilt, wohin das Dokument geleitet werden soll.
Das folgende Diagramm zeigt, wie eine Rechnung über das 4-Corner-Modell vom Absender zum Empfänger gelangt, einschließlich des SML/SMP-Lookups, der im Hintergrund stattfindet.
Das Netzwerk verwendet zwei Komponenten, um den richtigen Empfänger zu finden:
Wenn Sie eine Rechnung versenden, sucht das System automatisch über die SML die SMP des Empfängers, bestimmt das richtige Access Point und stellt die Rechnung zu. All dies geschieht im Hintergrund; Sie müssen nichts dafür tun.
Peppol wurde mit Sicherheit als Kernprinzip entwickelt:
Das Peppol-Netzwerk wird kontinuierlich weiterentwickelt. OpenPeppol übernimmt das technische Management der SML von der Europäischen Kommission. Die Übergangsperiode läuft bis Ende August 2026. Für Endnutzer und Organisationen im Netzwerk ändert sich nichts: Die Übernahme ist rein operativ und wird vollständig von den Service Providern (wie eConnect) abgewickelt.
Im März 2026 wurde die Migration von DNS-CNAME-Records zu NAPTR-Records für SML-Lookups abgeschlossen. NAPTR ist seit dem 1. Februar 2026 verpflichtend und die alten CNAME-Records wurden sowohl aus dem Testnetzwerk als auch aus dem Produktionsnetzwerk entfernt. Auch davon merken Endnutzer nichts, da die Routierung automatisch von den Access Points durchgeführt wird.
Bevorstehende BIS Billing 3.0 Release (PoAC Post-Award Mai 2026): OpenPeppol hat am 20. Mai 2026 eine neue Release veröffentlicht, die ab dem 17. August 2026 verpflichtend ist. Bis zum 16. August 2026 bleibt die November-2025-Release für den Produktivbetrieb verpflichtend; Service Provider dürfen während der Implementierungsphase bereits implementieren und testen. Es handelt sich um eine Minor Release, die sich auf Code-Listen und Validierungsartefakte für alle Peppol BIS 3.0-Dokumente konzentriert; PINT fällt nicht in den Scope dieser Release.
PINT Q2 2026 Release (v1.1.3): OpenPeppol hat die PINT Q2 2026 Release am 8. Juni 2026 veröffentlicht. Diese Minor Release umfasst PINT Billing General und alle PINT-Spezialisierungen (A-NZ, Japan, Malaysia, Singapur, EU) und ist ab dem 7. September 2026 für alle Service Provider verpflichtend. Bis zum 6. September 2026 bleibt die Q4-2025-Release die einzig zulässige Version für den Produktivbetrieb; Implementierung und Tests sind ab dem Veröffentlichungsdatum möglich.
Peppol unterstützt weit mehr als nur Rechnungen:
Für logistische Peppol-Dokumente (einschließlich Lieferavis) gilt die Peppol Logistics-Spezifikation; Version 1.2 ist seit dem 16. März 2026 verpflichtend. Eine Erweiterung auf v1.3 (Peppol Logistics 1.3 / 2026-Q2) ist ab dem 24. August 2026 verpflichtend und fügt unter anderem Advanced Despatch Advice, Weight Statement und Transport Execution Plan hinzu. Siehe Peppol-Netzwerk für Details zu Releases und Dokumenttypen.
Peppol begann als europäisches Projekt, ist aber zu einem globalen Netzwerk gewachsen. In den Niederlanden ist die E-Rechnung an die Regierung über Peppol bereits verpflichtend (B2G). In Belgien ist die B2B-E-Rechnung über Peppol seit dem 1. Januar 2026 verpflichtend. Weitere Länder folgen: Frankreich, Polen, Deutschland sowie Länder im asiatisch-pazifischen Raum (Singapur, Australien, Japan) und im Nahen Osten (VAE).
eConnect ist ein zertifizierter Peppol Service Provider mit einem eigenen Access Point und einer eigenen SMP-Implementierung. Als Mitgründer von Simplerinvoicing (jetzt die Niederländische Peppol-Autorität) und Vorstandsmitglied von OpenPeppol spielt eConnect eine aktive Rolle bei der Entwicklung des Netzwerks. Etwa 30% aller niederländischen Organisationen bei Peppol sind über eConnect registriert, und rund 40% aller niederländischen Peppol-Transaktionen laufen über das eConnect-Netzwerk.
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