E-Rechnung und DRR

Alles �ber die ViDA E-Rechnungspflicht und Digital Reporting Requirements: was sich bis 2030 �ndert, wie DRR funktioniert, EN 16931.

Die erste und wichtigste S�ule von ViDA dreht sich um E-Rechnung und digitale Berichterstattung. Ab dem 1. Juli 2030 wird die strukturierte E-Rechnung f�r alle grenz�berschreitenden B2B-Transaktionen innerhalb der EU verpflichtend, einschlie�lich der Verpflichtung, Rechnungsdaten digital an die Steuerbeh�rden zu melden. Dies ist die einschneidendste Ver�nderung, die ViDA mit sich bringt.

Der rechtliche Rahmen ist in drei Rechtstexten festgelegt, die am 25. M�rz 2025 im Amtsblatt der EU ver�ffentlicht wurden: Richtlinie EU 2025/516, Verordnung EU 2025/517 und Durchf�hrungsverordnung EU 2025/518.

Was �ndert sich konkret?

Derzeit versenden viele Unternehmen grenz�berschreitende Rechnungen noch als PDF oder auf Papier und reichen periodisch eine Zusammenfassende Meldung (Innergemeinschaftliche Leistungen) bei der Steuerbeh�rde ein. ViDA ersetzt dieses Modell vollst�ndig.

Ab 2030 gilt f�r jede Intra-EU-B2B-Transaktion:

  1. Die Rechnung muss eine strukturierte E-Rechnung sein auf Basis der EN 16931-Norm. Ein PDF gilt nicht mehr als g�ltiges Rechnungsdokument f�r diese Transaktionen.
  2. Der Absender meldet Rechnungsdaten innerhalb von 10 Tagen nach Ausstellung an die Steuerbeh�rde (Digital Reporting).
  3. Der Empf�nger meldet den Empfang innerhalb von 5 Tagen nach Erhalt der E-Rechnung. Dies ist eine Voraussetzung f�r den Vorsteuerabzug.
  4. Die Zusammenfassende Meldung entf�llt. Die periodische Auflistung wird �berfl�ssig, da die Berichtsdaten direkt aus E-Rechnungen abgeleitet werden.
Welche Transaktionen fallen unter DRR?

DRR deckt ein breites Spektrum grenz�berschreitender Transaktionen ab:

  • Innergemeinschaftliche Lieferungen und Erwerbe von Waren
  • Grenz�berschreitende Dienstleistungen (einschlie�lich B2B-Dienstleistungen mit Reverse Charge)
  • Dreiecksgesch�fte (Triangulation)
  • Energiehandel (Gas, Strom, W�rme, K�lte)

Inl�ndische Transaktionen fallen vorerst nicht unter die EU-weite Verpflichtung. Mitgliedstaaten d�rfen jedoch ein nationales DRR-Regime einf�hren, und viele tun dies bereits oder planen es.

Die EN 16931-Norm

EN 16931 ist die europ�ische Norm f�r das semantische Datenmodell von E-Rechnungen. Urspr�nglich f�r B2G-Rechnungsstellung (Business-to-Government) entwickelt, wird diese Norm nun f�r die B2B-Nutzung unter ViDA angepasst.

Am 13. Februar 2026 hat das europ�ische Normungsinstitut CEN die Aktualisierung von EN 16931-1 formal genehmigt. Die wichtigsten �nderungen f�r ViDA sind drei neue Pflichtdatenelemente:

  1. Bankkonto des Absenders (IBAN): Die Bankkontonummer der rechnungsstellenden Partei wird verpflichtend.
  2. Zahlungsplan: Bei Teilzahlungen m�ssen die vereinbarten Termine und Betr�ge aufgef�hrt werden.
  3. Korrekturechnungsreferenz: Bei Gutschriften und Korrekturrechnungen muss eine Folgenummer und ein Verweis auf die Originalrechnung angegeben werden.

Die Arbeitsgruppe CEN TC 434 koordiniert diese Anpassungen. Die Niederlande sind �ber NEN in dieser Arbeitsgruppe vertreten. Peppol BIS Billing V3, das im Peppol-Netzwerk verwendete Rechnungsformat, basiert bereits auf EN 16931 und wird aktualisiert, um diese neuen Elemente zu unterst�tzen.

Das 5-Corner-Modell

ViDA f�hrt effektiv das Peppol 5-Corner-Modell als Architektur f�r die europ�ische E-Rechnung mit digitaler Berichterstattung ein. Im aktuellen 4-Corner-Modell sendet der Absender eine Rechnung �ber zwei Access Points an den Empf�nger. Das 5-Corner-Modell f�gt eine f�nfte Ecke hinzu: die Steuerbeh�rde.

Absender --? Access Point (C2) --? Access Point (C3) --? Empf�nger
                    �                        �
                    +--? Steuerbeh�rde ?-----+
                          (Corner 5)

Bei jeder Rechnung wird automatisch eine Zusammenfassung (die DRR-Nachricht) an die Steuerbeh�rde gesendet. Da sowohl der sendende als auch der empfangende Mitgliedstaat die Daten erh�lt, wird ein 100%-Abgleich zwischen Verkaufs- und Einkaufstransaktionen m�glich. Dies macht USt-Karussellbetrug (bei dem Rechnungen erfunden oder verdoppelt werden) praktisch unm�glich.

Das 5-Corner-Modell ist bereits in L�ndern wie Frankreich (�ber PPF/PA), der Slowakei und den VAE operativ. ViDA macht es zum EU-weiten Standard.

Abl�sung der Zusammenfassenden Meldung

Die aktuelle Zusammenfassende Meldung ist eine periodische Auflistung (monatlich oder quartalsweise), die Unternehmen bei der Steuerbeh�rde f�r innergemeinschaftliche Transaktionen einreichen. Dieses System hat eine wichtige Schw�che: Zwischen der Transaktion und der Meldung liegen Wochen bis Monate, was Raum f�r Betrug bietet.

ViDA DRR ersetzt die Zusammenfassende Meldung durch kontinuierliche Berichterstattung direkt aus E-Rechnungen. Der �bergang erfolgt automatisch: Sobald Sie Rechnungen �ber einen ViDA-konformen Kanal versenden, werden die Berichtsdaten mitgesendet und die separate Zusammenfassende Meldung ist nicht mehr erforderlich.

Zentrales VIES-System

Die gemeldeten Daten werden in einem erneuerten EU-weiten VIES-System (VAT Information Exchange System) gespeichert. Dieses System wird erweitert um:

  • Eine zentrale Transaktionsdatenbank f�r alle DRR-Meldungen
  • Integration mit CESOP (Zahlungsdaten) und Zollsystemen
  • Automatisierte Abgleiche zwischen Mitgliedstaaten

Die erste Version des erneuerten VIES wird f�r 2027 erwartet.

Keine Empf�ngerzustimmung erforderlich

Ein wichtiges Detail: Unter ViDA muss der Empf�nger keine Zustimmung mehr zum Empfang von E-Rechnungen geben. Derzeit k�nnen Unternehmen in manchen Mitgliedstaaten E-Rechnungen ablehnen und eine Papierrechnung verlangen. ViDA schafft diese M�glichkeit f�r DRR-pflichtige Transaktionen ab. Eine E-Rechnung, die EN 16931 entspricht, ist automatisch rechtsg�ltig.

Nationale Mandate

Obwohl die EU-weite DRR-Verpflichtung erst ab 2030 f�r grenz�berschreitende Transaktionen gilt, steht es den Mitgliedstaaten frei, fr�her und breiter vorzugehen. Viele L�nder f�hren bereits nationale E-Rechnungs- und Berichtspflichten ein:

LandStatusWannFrankreichStufenweise Pflicht (große/mittlere Sep 2026, KMU/Mikro Sep 2027)September 2026 / September 2027DeutschlandB2B-E-Rechnungspflicht (XRechnung/ZUGFeRD)Stufenweise ab 2025BelgienE-Rechnung 2026, Near-Real-Time-Berichterstattung 2028StufenweisePolenKSeF verpflichtendFeb 2026 (gro�e), Apr 2026 (USt-Pflichtige), Jan 2027 (Mikro)SpanienB2B-Anforderungen in VorbereitungAbgestimmt auf ViDA-Zeitplan

Sp�testens zum 1. Januar 2035 m�ssen alle nationalen Systeme auf den ViDA-Standard abgestimmt sein.

Siehe die L�nderseiten f�r Details pro Land.

EU-Implementierung und Dialog

Am 24. September 2025 ver�ffentlichte die Europ�ische Kommission eine Implementation Strategy mit einer Roadmap und Aktionspunkten f�r den DRR-Rollout. Im Oktober 2025 organisierte Kommissar Wopke Hoekstra einen Implementation Dialogue mit 38 Stakeholdern, wobei der Bedarf an einem harmonisierten DRR-�bermittlungsmodell im Mittelpunkt stand. Die Teilnehmer betonten, dass Mitgliedstaaten nicht jeweils ein eigenes Berichtsformat entwickeln sollten, sondern ein koordinierter Ansatz notwendig ist. KMU forderten Aufmerksamkeit f�r die Auswirkungen der neuen Verpflichtungen auf kleinere Organisationen.

Was bedeutet das f�r eConnect-Kunden?

Wenn Sie bereits �ber Peppol fakturieren, haben Sie einen Vorsprung. Ihre Rechnungen entsprechen bereits EN 16931 und werden �ber das Netzwerk versendet, das die Grundlage f�r das 5-Corner-Modell bildet. Die PSB von eConnect wird aktualisiert, um die DRR-Berichterstattung automatisch abzuwickeln, sobald die Verpflichtung in Kraft tritt.

In der Praxis �ndert sich f�r Sie wenig: Sie versenden weiterhin Rechnungen wie gewohnt. Die zus�tzliche Berichterstattung an Steuerbeh�rden l�uft im Hintergrund. Die PSB bestimmt anhand des Empf�ngers und der Transaktionsart, ob eine DRR-Berichterstattung erforderlich ist, und wickelt diese automatisch ab.


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