Single VAT

ViDA S�ulen 2 und 3: Single VAT Registration (SVR), OSS/IOSS-Erweiterung, verpflichtendes Reverse Charge und neue USt-Regeln f�r Plattformen.

Neben E-Rechnung und digitaler Berichterstattung enth�lt ViDA zwei S�ulen, die die administrative Last grenz�berschreitender USt-Verpflichtungen erheblich reduzieren. Die Single VAT Registration vereinfacht die Registrierung, und die Plattform�konomie-Regeln stellen sicher, dass Online-Plattformen USt auf vermittelte Transaktionen abf�hren. Der rechtliche Rahmen ist in Richtlinie EU 2025/516 und zugeh�rigen Verordnungen festgelegt, ver�ffentlicht am 25. M�rz 2025.

Single VAT Registration (SVR)

Derzeit m�ssen sich Unternehmen, die in mehreren EU-L�ndern Waren liefern oder Dienstleistungen erbringen, in jedem dieser L�nder separat f�r die USt registrieren. Das erzeugt eine erhebliche administrative Last: mehrere USt-Nummern, mehrere lokale Erkl�rungen und manchmal mehrere Fiskalvertreter.

ViDA begegnet dem durch eine drastische Erweiterung des One Stop Shop (OSS) und Import One Stop Shop (IOSS) Systems. Das Ziel: Unternehmen sollen sich idealerweise nur noch in ihrem eigenen Mitgliedstaat registrieren m�ssen und ihre EU-weiten USt-Verpflichtungen �ber ein einziges Portal abwickeln k�nnen.

Was �ndert sich am 1. Juli 2027?

Die OSS wird um neue Transaktionskategorien erweitert:

  • Inlandslieferungen durch ausl�ndische Lieferanten: Wenn Sie als niederl�ndisches Unternehmen Waren in Deutschland liefern, ohne dort ans�ssig zu sein, k�nnen Sie dies �ber die OSS melden, anstatt eine deutsche USt-Registrierung zu beantragen.
  • Lieferungen mit Installation oder Montage: Komplexere Lieferungen, bei denen der Lieferant auch die Installation �bernimmt.
  • Gas, Strom, W�rme und K�lte: Energielieferungen an nicht steuerpflichtige Kunden.
  • Lieferungen an Bord von EU-Personenverkehr: Denken Sie an Verk�ufe in internationalen Z�gen oder auf F�hren.
  • Bestimmte Margenwaren: Gebrauchtwaren und Kunstgegenst�nde unter der Differenzbesteuerung.
Verpflichtendes Reverse Charge

Ab dem 1. Juli 2027 wird das Reverse-Charge-Verfahren verpflichtend f�r alle B2B-Lieferungen und -Dienstleistungen, bei denen der Lieferant nicht im Mitgliedstaat ans�ssig ist, in dem die USt geschuldet wird, sofern der Kunde umsatzsteuerregistriert ist. Der Empf�nger f�hrt dann die USt ab anstelle des Lieferanten.

Das klingt technisch, aber die Auswirkung ist erheblich: Ein Lieferant muss sich nicht mehr im Land des Kunden registrieren, nur um USt abzuf�hren. Der Kunde erledigt dies �ber seine eigene USt-Erkl�rung.

Transfer of own goods

ViDA f�hrt auch eine Vereinfachung f�r Unternehmen ein, die eigene Waren zwischen EU-Mitgliedstaaten verlagern (zum Beispiel von einem Zentrallager zu einer Niederlassung in einem anderen Land). Anstelle einer separaten USt-Registrierung im Bestimmungsland k�nnen diese Verlagerungen �ber die OSS mit einer monatlichen �bersicht gemeldet werden.

Die bestehende Konsignationslagerregelung (eine Vereinfachung f�r Vorr�te, die an einen Kunden f�r sp�tere Lieferung gesendet werden) wird zum 30. Juni 2028 abgeschafft und durch die neue OSS-Regelung ersetzt.

Plattform�konomie

Die dritte S�ule von ViDA richtet sich an Online-Plattformen. Ab dem 1. Juli 2028 werden Plattformen, die bestimmte Dienstleistungen vermitteln, als Deemed Supplier eingestuft: Sie selbst werden umsatzsteuerpflichtig f�r die Transaktion, auch wenn der tats�chliche Dienstleister ein Dritter ist.

Welche Plattformen und Dienstleistungen?

Die Regeln gelten f�r Plattformen, die vermitteln bei:

  • Kurzzeitvermietung von Unterk�nften (bis zu 30 Tage, vergleichbar mit Airbnb-�hnlicher Vermietung)
  • Personenbef�rderung (�ber Plattformen vermittelte Fahrten, vergleichbar mit Uber)

Wenn der tats�chliche Dienstleister keine USt berechnet (zum Beispiel weil es sich um einen privaten Vermieter handelt), wird die Plattform verantwortlich f�r die Berechnung und Abf�hrung der USt.

Warum diese Regeln?

Die Plattform�konomie ist in den letzten Jahren explosiv gewachsen, aber die USt-Gesetzgebung hinkte hinterher. Einzelne Vermieter und Fahrer sind nicht immer umsatzsteuerregistriert oder f�hren keine USt ab, wodurch ein ungleiches Spielfeld gegen�ber traditionellen Hotels und Taxiunternehmen entsteht. Indem Plattformen f�r die USt-Abf�hrung verantwortlich gemacht werden, wird das Spielfeld angeglichen.

Beim Implementation Dialogue, den Kommissar Hoekstra am 28. Oktober 2025 mit 38 Stakeholdern organisierte, war eine harmonisierte Anwendung des Deemed-Supplier-Regimes eines der Kernthemen. KMU forderten ausdr�cklich Aufmerksamkeit f�r die Auswirkungen auf kleinere Plattformnutzer.

Zeitplan SVR und Plattform�konomie
Datum�nderung1. Januar 2027OSS/IOSS-Klarstellungen treten in Kraft1. Juli 2027OSS-Erweiterung, verpflichtendes Reverse Charge, Transfer of own goods1. Juli 2028Plattform�konomie-Regeln (Deemed Supplier), Abschaffung Konsignationslager
Was bedeutet das f�r eConnect-Kunden?

Die SVR- und Plattformregeln ber�hren den E-Rechnungsprozess nicht direkt, beeinflussen aber die USt-Behandlung auf Rechnungen. Wenn Sie �ber Peppol fakturieren, muss das USt-Regime auf der Rechnung korrekt sein. Die PSB von eConnect passt die USt-Verarbeitung auf Basis der geltenden Regeln pro Transaktion an.

F�r Unternehmen, die in mehreren EU-L�ndern t�tig sind, empfiehlt es sich, mit Ihrem Steuerberater zu besprechen, welche Registrierungen Sie aufheben k�nnen, sobald die erweiterte OSS verf�gbar ist. Das kann eine erhebliche Vereinfachung bedeuten.


M�chten Sie mehr �ber den vollst�ndigen ViDA-Zeitplan und den Status pro Land erfahren? Siehe den Implementierungszeitplan.

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