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Öffentliche Hand

Gemeinde Nijmegen: PSB an eigenen ESB für E-Rechnungen angebunden

Wie die Gemeinde Nijmegen den Procurement Service Bus von eConnect in kurzer Zeit an den eigenen ESB ankoppelte und E-Rechnungen direkt verarbeitet.

eConnect Team

Die Gemeinde Nijmegen suchte nach einem Weg, E-Rechnungen zu empfangen, ohne die bestehende Anwendungslandschaft grundlegend umzugestalten. Die Organisation verfügte bereits über einen eigenen Enterprise Service Bus und wollte eine Lösung, die technisch daran anknüpft, anstatt eine zusätzliche Plattformschicht einzuführen, die bestehende Prozesse verdrängen würde. Mit dem Procurement Service Bus von eConnect wurde ein Ansatz gewählt, der genau dazu passte. Die Implementierung verlief reibungslos, mit dem bemerkenswerten Moment, dass die erste E-Rechnung bereits innerhalb von zwei Tagen einging. In diesem Kundenbericht schildert die Gemeinde Nijmegen, wie die Entscheidung zustande kam, wie der Rechnungsfluss eingerichtet wurde und welche nächsten Schritte geplant sind, um den Anteil an E-Rechnungen weiter zu steigern.

Auf einen Blick
KundeGemeinde NijmegenBrancheÖffentliche VerwaltungGrösseGemeindeverwaltung mit einer breiten Lieferantenbasis und einem jährlichen Rechnungsvolumen von ca. 30.000 bis 35.000Eingesetzte ProduktePeppol Access Point, PSB API, E-RechnungEinsatzkategorienCompliance, ERP-Integration, ProzessbeschleunigungERP / KernsystemUnit4 FinancialsWichtigstes ErgebnisAnbindung der PSB an die eigene ESB-Architektur, erste E-Rechnung innerhalb von zwei Tagen und direkte Verarbeitung in der bestehenden Kette
Herausforderung

Für die Gemeinde Nijmegen begann die Frage mit gesetzlichen Anforderungen. Seit dem 18. April 2019 müssen öffentliche Organisationen in den Niederlanden E-Rechnungen empfangen und verarbeiten können. Die Gemeinde wollte diese Verpflichtung auf eine technisch sinnvolle Weise innerhalb der eigenen Architektur erfüllen. Es gab bereits eine funktionierende Kette für die finanzielle Verarbeitung, das Dokumentenmanagement und die Archivierung. Die Herausforderung bestand also nicht nur darin, E-Rechnungen empfangen zu können, sondern dies vor allem so umzusetzen, dass bestehende Prozesse möglichst wenig gestört wurden.

Bei der Auswahl spielten daher mehr als nur funktionale Aspekte eine Rolle. Sophie Groenen, Senior Functional Manager, gab an, dass mehrere Anbieter geprüft wurden und der Prozess Zeit in Anspruch nahm. Ein wesentliches Abwägungskriterium war, wie aufwendig oder leichtgewichtig sich die Lösung in der Praxis anfühlte. Die Gemeinde suchte kein schwerfälliges System mit viel Overhead, sondern eine agile Lösung, die sich einfach an den eigenen ESB anbinden liess. Auch die Zusammenarbeit spielte eine Rolle: Schnelles Reagieren bei Problemen und ein gutes Arbeitsgefühl in der Zusammenarbeit flossen in die Entscheidung ein.

Hinzu kam ein weiterer Veränderungskontext. Im gleichen Zeitraum lief innerhalb der Gemeinde ein intensives Projekt rund um Unit4 Financials, da die bestehende Version das Ende des Supports erreicht hatte und ein Upgrade erforderlich war. Das machte den Zeitpunkt heikel. Es liefen bereits grosse technische und funktionale Veränderungen, sodass die E-Rechnungs-Lösung implementierbar sein musste, ohne das Team zusätzlich zu belasten.

Eine dritte Herausforderung betraf die Akzeptanz. Jährlich gehen zwischen 30.000 und 35.000 Rechnungen über verschiedene Kanäle ein. Der grösste Teil kommt als PDF, daneben gibt es Rechnungen per Post und ein kleinerer Anteil als E-Rechnung. Die Gemeinde wollte zunächst die Empfangsmöglichkeit solide aufbauen und Lieferanten im Netzwerk auffindbar machen, bevor aktiv auf eine grossflächige Migration zur E-Rechnung hingearbeitet wurde.

Ansatz mit eConnect

Die Gemeinde Nijmegen entschied sich für den Procurement Service Bus von eConnect, gerade weil dieser über eine API einfach an den eigenen ESB angebunden werden konnte. Dadurch blieb die Kernarchitektur intakt, und der E-Rechnungsfluss konnte in die bestehende Verarbeitungskette eingebettet werden.

Intern wurde ein Projektteam eingerichtet, um die Implementierung zu begleiten. Laut Sophie verlief dies reibungslos, unter anderem weil eConnect Erfahrung mit Unit4 Financials mitbrachte. Die technische Anbindung war schnell betriebsbereit. Innerhalb von zwei Tagen nach der Implementierung empfing die Gemeinde die erste E-Rechnung, was sofort bestätigte, dass der gewählte Ansatz funktionierte.

Der Rechnungsfluss wurde anschliessend wie folgt eingerichtet:

  • E-Rechnungen gehen über die PSB am eigenen ESB ein.
  • Vom ESB werden sie an das Dokumentenmanagementsystem Corsa weitergeleitet.
  • Corsa erstellt eine Ansicht für die Archivierung.
  • Danach wird die Rechnung über Invoice Matching an Unit4 Financials weitergeleitet.

Diese Struktur entsprach den administrativen Anforderungen an die Aufbewahrungspflicht und den bestehenden Prozessschritten, die bereits innerhalb der Gemeinde genutzt wurden. Dadurch musste die Organisation keinen neuen End-to-End-Prozess entwerfen, sondern lediglich einen zusätzlichen, standardisierten Empfangskanal hinzufügen.

Auf Lieferantenseite wählte die Gemeinde Nijmegen einen schrittweisen Ansatz. Die Gemeinde kommunizierte an verschiedenen Stellen, dass sie im Peppol-Netzwerk auffindbar ist und E-Rechnungen empfangen kann. Dies geschah über Mitteilungen an Lieferanten, Informationen auf der Website und die Aufnahme in Lieferungsbedingungen. Der Ton war informierend und unterstützend. Lieferanten erhielten die Möglichkeit, E-Rechnungen zu senden, ohne dass sofort eine strenge Verpflichtung auferlegt wurde.

Damit wurde zunächst auf technische Bereitschaft und Sichtbarkeit gesetzt, mit Raum, um in einer nächsten Phase die Akzeptanz weiter zu steigern. Auch auf der ausgehenden Seite wurde ein klarer Wunsch formuliert. Das Versenden von E-Rechnungen erfolgte noch nicht aktiv, da dies über Unit4 Financials zu diesem Zeitpunkt nicht verfügbar war. Die Gemeinde sieht jedoch, dass ausgehende E-Rechnungen Vorteile bringen können, unter anderem bei der Vermeidung von Phantomrechnungen und Doppelrechnungen.

Ergebnisse

Das wichtigste Ergebnis dieses Projekts ist, dass die Gemeinde Nijmegen in kurzer Zeit eine funktionierende E-Rechnungskette aufgebaut hat, die sich in die bestehende Architektur und Prozesse einfügt. Die Implementierung war schnell, überschaubar und ohne grössere Prozessunterbrechungen.

Konkret führte dies zu:

  • Einer erfolgreichen Anbindung der PSB an den eigenen ESB.
  • Der ersten E-Rechnung bereits innerhalb von zwei Tagen nach dem Go-live.
  • Einer integrierten Verarbeitungskette in Richtung Corsa und Unit4 Financials.
  • Sicherstellung der Archivierungsschritte im Rahmen der bestehenden Arbeitsweise.
  • Auffindbarkeit im Peppol-Netzwerk mit einem leichten Anstieg empfangener E-Rechnungen.

Gleichzeitig ist das Bild realistisch. Der grösste Teil der eingehenden Rechnungen kommt noch als PDF, daneben ein Teil per Post und ein kleinerer E-Rechnungsanteil. Im Beobachtungszeitraum lag der Anteil der E-Rechnungen bei etwa 8 bis 10%. Das ist also keine Endstation, sondern eine Phase in einem längeren Übergang. Genau darin liegt der Wert dieses Beispiels. Nijmegen zeigt, dass man nicht auf eine vollständige Lieferantenakzeptanz warten muss, um bereits eine technisch robuste Grundlage zu schaffen.

Auch organisatorisch gibt der Fall ein relevantes Signal. Eine Gemeinde, die gleichzeitig grosse Systemerneuerungen durchführt, kann E-Rechnungen trotzdem erfolgreich implementieren, wenn die gewählte Lösung zur bestehenden IT-Strategie passt. Die Entscheidung für die Anbindung an den eigenen ESB hat hier geholfen, schnell voranzukommen, ohne zusätzliche Komplexität zu schaffen.

Zitat

"Durch die Erfahrung, die eConnect mit Unit4 Financials hat, verlief die Implementierung sehr reibungslos. Innerhalb von 2 Tagen hatten wir unsere erste E-Rechnung." Sophie Groenen, Gemeinde Nijmegen

Lernpunkte für vergleichbare Organisationen
  • Wählen Sie eine E-Rechnungs-Lösung, die zur bestehenden Integrationslandschaft passt.
  • Beziehen Sie technische Architekturkriterien frühzeitig in den Auswahlprozess ein.
  • Machen Sie die Verarbeitungskette von Ende zu Ende transparent, einschliesslich Archivierung und Abgleich.
  • Beginnen Sie mit technischer Bereitschaft und bauen Sie danach die Lieferantenakzeptanz schrittweise auf.
  • Halten Sie in Veränderungsprojekten Raum für realistische Zwischenphasen, anstatt alles in einem Schritt erreichen zu wollen.
Wann ist dieser Bericht relevant
  • Für Gemeinden und andere Behörden mit einem eigenen ESB, die E-Rechnungen empfangen möchten.
  • Für Organisationen, die Unit4 Financials nutzen und E-Rechnungen in bestehende Prozesse einbetten möchten.
  • Für Teams, die zunächst eine stabile technische Grundlage aufbauen und dann die Akzeptanz beschleunigen möchten.
  • Für Organisationen, die Compliance erreichen möchten, ohne eine aufwendige zusätzliche Systemschicht einzuführen.

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