Der EY-Bericht empfiehlt Peppol als verpflichtende Infrastruktur für E-Rechnung in den Niederlanden. Lesen Sie die Schlussfolgerungen und den Zeitplan.
Im Januar 2026 veröffentlichte EY im Auftrag des Finanzministeriums den Bericht „ViDA e-facturatie en digitale rapportage". Der 161-seitige Bericht beantwortet zwei Kernfragen: Welche Infrastruktur sollen die Niederlande für E-Rechnung und digitale Berichterstattung unter ViDA einsetzen, und wie soll die breitere Umsetzung aussehen? Die Schlussfolgerung ist klar: Peppol ist die empfohlene Infrastruktur, und die ersten gesetzgeberischen Schritte werden Ende 2026 erwartet.
Das Kabinett hat den Bericht im Februar 2026 der Tweede Kamer vorgelegt und angekündigt, dass im vierten Quartal 2026 eine Internetkonsultation folgt. Damit wird der Weg zur verpflichtenden E-Rechnung in den Niederlanden konkret.
Kurz gesagt: Der EY-Bericht empfiehlt verpflichtende E-Rechnung und digitale Berichterstattung über Peppol, mit Startdatum 1. Januar 2030 für inländische B2B-Transaktionen. Die Internetkonsultation des Gesetzesentwurfs ist für Q4 2026 bestätigt.
Die EU hat im März 2025 das ViDA-Paket (VAT in the Digital Age) angenommen. Es verpflichtet alle Mitgliedstaaten, spätestens zum 1. Juli 2030 grenzüberschreitende E-Rechnung und digitale Berichterstattung (DRR) einzuführen. Mitgliedstaaten dürfen zusätzlich ein inländisches Mandat einführen. Das Finanzministerium bat EY zu untersuchen, wie die Niederlande das am besten angehen.
EY untersuchte drei Modelle für die niederländische Infrastruktur:
Nahezu alle befragten Parteien (Wirtschaft, Behörden, Softwareanbieter) sprachen sich für Peppol aus. Das ist logisch: Die nationale Verwaltung empfängt bereits rund 1,2 Millionen E-Rechnungen pro Jahr über Peppol, mit weniger als 1 % technischer Fehlerrate. Die Infrastruktur ist bewährt, verfügbar und skalierbar.
Ein interessantes Detail in der Empfehlung: EY schlägt vor, im Gesetzestext selbst von „einem anerkannten Netzwerk, das bestimmte Anforderungen erfüllt" zu sprechen und Peppol erst in der Begründung namentlich zu nennen. Der Vorteil: Das Gesetz bleibt technologieneutral, während Peppol in der Praxis die einzige Infrastruktur ist, die alle Anforderungen erfüllt.
Der Bericht schlägt eine ambitionierte, aber machbare Planung vor:
Hinweis: Die Internetkonsultation in Q4 2026 ist durch das Kabinett in der Entscheidungsnotiz bestätigt. Das ist das erste konkrete politische Signal, dass die Niederlande tatsächlich auf eine Pflicht hinarbeiten.
Der Bericht enthält auffällige Zahlen zum niederländischen Markt, die die Dringlichkeit strukturierter E-Rechnung unterstreichen.
E-Rechnung bringt erhebliche Einsparungen gegenüber Papier- oder PDF-Rechnungen. Pro gesendeter Rechnung spart ein Unternehmen durchschnittlich € 5,28, pro empfangener Rechnung sogar € 8,40. Beim gesamten niederländischen Rechnungsvolumen von rund 1,8 bis 2 Milliarden Rechnungen pro Jahr liegt das potenzielle Einsparvolumen bei € 10 bis 12 Milliarden. In Italien, wo E-Rechnung seit 2019 Pflicht ist, sank die MwSt-Lücke um 25 %.
Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass ein großer Teil der Wirtschaft noch nicht bereit ist:
Die Niederlande zählen rund 2,38 Millionen Unternehmen, davon 1,55 Millionen Selbstständige. Etwa 750.000 Selbstständige sind im B2B- oder B2G-Segment aktiv. Die Lücke zwischen potenzieller Einsparung und aktueller Adoption zeigt, wie groß die Chance für alle ist, die jetzt starten.
Nur 38,6 % der Rechnungen an Großunternehmen werden pünktlich bezahlt, während der Wert bei Kleinstunternehmen über 80 % liegt. Standardisierte E-Rechnung ermöglicht automatisches Matching (Bestellung, Lieferung und Rechnung), verkürzt Freigabeprozesse und kann Zahlungsfristen um 5 bis 7 Tage verkürzen. Je größer das Unternehmen, desto größer der Gewinn durch automatisierte Rechnungsverarbeitung.
Der Bericht gibt mehrere konkrete technische Empfehlungen:
Der Bericht empfiehlt, einige Gruppen (vorübergehend) auszunehmen:
Belgien führte zum 1. Januar 2026 verpflichtende B2B-E-Rechnung über Peppol ein. Der EY-Bericht beschreibt die Umsetzungserfahrungen: Rechnungen, die nicht ankommen, Softwareprobleme bei neuen Dienstleistern und Fragen von Buchhaltern zur Übergangsphase. Die Probleme liegen nicht bei Peppol selbst, sondern bei der Unerfahrenheit von Dienstleistern, die erst kurz aktiv sind. Die Zahl der Peppol-Dienstleister in Belgien wuchs nach der Pflicht auf rund 300.
Die Lektion für die Niederlande: Wählen Sie einen Dienstleister mit bewährter Peppol-Erfahrung. Der Unterschied zwischen einem seit Jahren aktiven Anbieter und einem Neueinsteiger kann groß sein, besonders in der Anfangsphase.
Ob Sie Selbstständiger sind oder ein großes Unternehmen führen: Die Richtung ist klar. E-Rechnung über Peppol wird der Standard in den Niederlanden. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wann. Unternehmen, die jetzt auf strukturierte E-Rechnung umsteigen, sparen schon jetzt Kosten und sind bereit, wenn die Pflicht greift.
eConnect verfolgt die Entwicklungen rund um den Gesetzesentwurf aktiv und informiert Kunden, sobald konkrete Änderungen anstehen.
Der EY-Bericht empfiehlt Peppol als verpflichtende Infrastruktur für E-Rechnung in den Niederlanden. Das Kabinett hat eine Internetkonsultation des Gesetzesentwurfs für Q4 2026 bestätigt. Obwohl das Gesetz noch nicht angenommen ist, ist die Richtung klar: Peppol wird der Standard.
Laut EY-Bericht spart ein Unternehmen durchschnittlich € 5,28 pro gesendeter Rechnung und € 8,40 pro empfangener Rechnung gegenüber Papier- oder PDF-Rechnungen. Beim gesamten niederländischen Rechnungsvolumen von rund 1,8 bis 2 Milliarden Rechnungen pro Jahr liegt die potenzielle Einsparung bei € 10 bis 12 Milliarden.
Der Bericht schlägt verpflichtende inländische B2B-E-Rechnung zum 1. Januar 2030 vor, gefolgt von verpflichtender DRR (digitale Berichterstattung) zum 1. Januar 2032. Die Internetkonsultation des Gesetzesentwurfs findet in Q4 2026 statt, und Gesetz und Verordnungen müssen spätestens Mitte 2028 angenommen sein.
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