E-Rechnung in Serbien: Pflicht für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen über die SEF-Plattform, Clearance-Modell, UBL 2.1.
Serbien gehörte zu den ersten Ländern der Region, die eine vollständige E-Rechnungspflicht für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen eingeführt haben. Seit dem 1. Januar 2023 müssen alle B2B-Rechnungen über die zentrale SEF-Plattform (Sistema Elektronskih Faktura) abgewickelt werden. Rechnungen, die außerhalb des SEF versendet werden, sind steuerlich ungültig.
Serbien ist kein EU-Mitgliedstaat, sondern ein Beitrittskandidat. Das Land folgt daher weder der europäischen ViDA-Verordnung noch dem Standard EN 16931, sondern hat ein eigenes nationales System aufgebaut.
Serbien verwendet ein Clearance-Modell. Das bedeutet, dass jede Rechnung an die zentrale staatliche Plattform SEF übermittelt und von ihr genehmigt werden muss, bevor die Rechnung als gültig gilt. Das System ist unter efaktura.gov.rs erreichbar.
Der Ablauf:
Rechnungen, die außerhalb des SEF versendet werden (z. B. per E-Mail oder PDF), haben keine steuerliche Gültigkeit. Das SEF ist daher nicht nur eine Austauschplattform, sondern auch das offizielle Rechnungsregister.
Die Pflicht gilt für alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen in Serbien, darunter:
Ausländische Unternehmen mit einer Umsatzsteuerregistrierung oder Betriebsstätte in Serbien müssen ebenfalls über das SEF fakturieren.
Das SEF akzeptiert Rechnungen im Format UBL 2.1 mit einem nationalen serbischen Profil. Dieses Profil enthält serbienspezifische Felder und Validierungsregeln. Es handelt sich nicht um dasselbe Profil wie das europäische Peppol BIS 3.0: die Struktur ist vergleichbar, aber die Validierungsregeln und Pflichtfelder weichen ab.
Serbien nutzt das Peppol-Netzwerk nicht. Der gesamte Rechnungsaustausch läuft über die SEF-Plattform. Für Unternehmen, die serbische Kunden aus der EU fakturieren, bedeutet das: Eine Peppol-Route ist nicht möglich. Die Rechnung muss über das SEF eingereicht werden, direkt oder über einen lokalen Vermittler.
Wenn Sie serbische Unternehmen fakturieren oder eine Umsatzsteuerregistrierung in Serbien haben, müssen Sie das SEF berücksichtigen. Die wichtigsten Punkte:
Hinweis: Serbien ist kein EU-Mitgliedstaat und liegt außerhalb des Peppol-Netzwerks. Die Fakturierung serbischer Kunden erfordert einen anderen Weg als den Standard-Peppol-Austausch.
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