E-Rechnung in den VAE: DCTCE-5-Corner-Modell, PINT AE, TDD-Berichterstattung und Szenarien für Kunden.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) führen stufenweise eine verpflichtende E-Rechnung auf Basis des Peppol-Netzwerks ein. Das VAE-Modell heißt offiziell DCTCE (Digital Continuous Transaction Controls for E-invoicing) und ist bemerkenswert, weil es als eines der ersten Länder außerhalb Europas das Peppol 5-Corner-Modell vollständig implementiert, einschließlich Echtzeit-Steuerberichterstattung.
Die rechtliche Grundlage bildet das Federal Decree-Law No. 16 of 2024, eine Anpassung des MwSt-Gesetzes, die am 1. November 2024 in Kraft getreten ist. Die stufenweise Einführung beginnt Mitte 2026, zunächst für Großunternehmen und Regierungslieferanten.
0242:000773Die VAE-Architektur folgt dem Peppol 5-Corner-Modell. Rechnungen werden dezentral über Peppol ausgetauscht, während Steuerdaten gleichzeitig an die Regierung gemeldet werden. Jede Partei im Modell hat eine klar definierte Rolle:
Der entscheidende Unterschied zum Standard-Peppol-4-Corner-Modell besteht darin, dass sowohl der Access Point des Absenders (C2) als auch der des Empfängers (C3) ein Tax Data Document an die FTA senden. Die Steuerbehörde erhält dadurch Rechnungsdaten von beiden Seiten, wodurch ein 100%-Abgleich möglich ist.
Bei jeder Rechnung generiert der Access Point ein Tax Data Document (TDD AE) mit den MwSt-relevanten Daten. Dieses Dokument wird parallel zum Rechnungsaustausch an die FTA gesendet. Das TDD enthält nicht den vollständigen Rechnungsinhalt, sondern ausschließlich die Daten, die die Steuerbehörde zur Überprüfung benötigt.
Wenn der Access Point einen Validierungsfehler feststellt, wird anstelle eines TDD ein Tax Data Status (TDS) mit Fehlerinformationen gesendet. Die FTA erhält dann einen Fehlerbericht statt Rechnungsdaten, sodass klar ist, dass die Transaktion nicht erfolgreich abgeschlossen wurde.
Die TDD AE-Spezifikation (v1.0.2) ist ab dem 27. Januar 2026 verpflichtend. Das zugehörige Rechnungsformat PINT AE (v1.0.3) ist ab dem 8. April 2026 verpflichtend.
PINT AE ist die VAE-spezifische Variante der Peppol International Invoice, basierend auf EN 16931 mit zusätzlichen Feldern für das VAE-Steuersystem. Pflichtfelder umfassen die TRN (Tax Registration Number) von Lieferant und Kunde, MwSt-Spezifikationen und den Währungscode AED.
Jede Rechnung enthält eine UUID, über die die Rechnung im FTA-System nachverfolgbar ist. So ist jede Transaktion eindeutig identifizierbar, auch bei späteren Korrekturen oder Gutschriften.
Neben Rechnungen und Gutschriften unterstützt PINT AE auch Self-Billing-Dokumente. Beim Self-Billing erstellt der Käufer die Rechnung im Namen des Lieferanten. Dies ist in Branchen relevant, in denen diese Praxis üblich ist, beispielsweise in der Öl- und Gasindustrie.
Abhängig davon, wo Absender und Empfänger ansässig sind, gelten unterschiedliche Regeln. Nachfolgend finden Sie die Empfehlung für jedes Szenario.
Fakturieren Sie an Unternehmen in den VAE? Dann bietet Peppol eine direkte und konforme Route. Der PSB von eConnect unterstützt PINT AE und leitet Rechnungen automatisch über das Peppol-Netzwerk an VAE-Empfänger weiter. Die Transformation von Ihrem bestehenden Rechnungsformat nach PINT AE erfolgt automatisch.
Haben Sie eine Niederlassung in den VAE? Dann sollten Sie sich rechtzeitig an einen akkreditierten Peppol Access Point anschließen. Jedes Gruppenmitglied in einer MwSt-Gruppe benötigt einen eigenen Endpoint. Akkreditierte Service Provider sind verpflichtet, kleinen Unternehmen ein kostenloses Basis-E-Rechnungsprodukt anzubieten.
Sind Sie ein ausländischer Lieferant ohne Peppol? Der VAE-Empfänger kann Rechnungen vorerst manuell verarbeiten, eine Peppol-Anbindung wird jedoch dringend empfohlen. Mit fortschreitender stufenweiser Einführung wird der elektronische Austausch zur Norm.
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